Recht und Datenschutz
Technische und organisatorische Maßnahmen (TOM)
Technische und organisatorische Grundlagen für Zugriff, Betrieb, Entwicklung, Lifecycle und Incident Management.
1.0 · Stand 28.08.2026
1. Organisation und Zugriff
- Produktivzugriff nur für berechtigte administrative Personen nach Need-to-know.
- Mandanten- und Tenant-Kontext sowie Berechtigungen werden serverseitig geprüft.
- Rollenbasierte Zugriffssteuerung; Admin- und Owner-Rechte sind von normalen Nutzerrechten getrennt.
- Secrets und Runtime-Geheimnisse liegen nicht im Quellcode-Repository.
- Produktionscontainer laufen als nicht privilegierter Nutzer.
- Staging und Production sind logisch getrennt.
- Für Web Push bestehen getrennte VAPID-Schlüsselpaare für Staging und Production.
2. Transport- und Netzwerksicherheit
- Externe Web- und App-Zugriffe erfolgen über HTTPS und TLS.
- Ein Reverse-Proxy steht vor der Anwendungsruntime.
- Interne Netzwerkpfade zwischen Runtime und Hostdiensten werden kontrolliert.
- Die Datenbank ist nicht als öffentlicher App-Endpunkt vorgesehen.
3. Authentifizierung und Autorisierung
- Account- und Session-basierte Authentifizierung.
- Tenant-gebundene Autorisierung und serverseitige Permission-Prüfungen.
- Kritische Billing- und Adminaktionen sind nicht nur durch UI-Verbergen geschützt.
- Self-Service-Billing wird gegen den autoritativen Stripe-Zustand synchronisiert.
4. Verschlüsselung und Geheimnisse
- TLS für Datenübertragung.
- Dokumentenspeicher in AWS S3 eu-central-1.
- Erwartete serverseitige S3-Verschlüsselung AES-256.
- Produktionsgeheimnisse mit restriktiven Dateiberechtigungen außerhalb des Repositories.
- Vollständige Kartendaten werden über Stripe verarbeitet und sollen nicht in Kerniva gespeichert werden.
5. Datei- und Malwaresicherheit
- GuardDuty-basierter Malwaremodus für produktive Dokumentverarbeitung.
6. Protokollierung und Monitoring
- Betriebs- und Security-Logs für Fehleranalyse und Angriffserkennung.
- Standardaufbewahrung 90 Tage.
- Logs sollen keine VAPID-Private-Keys, Push-Endpoints oder Push-Schlüssel, Zahlungsgeheimnisse, Sessiontokens oder andere Secrets im Klartext enthalten.
- Web- und Worker-Healthchecks sowie Release-Preflights.
- Stripe-Vertrag, Stripe Tax und Web Push werden im Production-Preflight fail-closed geprüft.
7. Backup und Wiederherstellung
- Backup-Retention 30 Tage.
- Datenbank-Backups in wiederherstellbarem Format; Restore-Verifikation ist Teil des Betriebskonzepts.
- Restore ausschließlich für Recovery; fällige Löschungen anschließend erneut anwenden.
8. Datenminimierung
- Web-Push-Payloads sind generisch und enthalten keine Diagnose-, Dokument-, Billing- oder sonstigen sensitiven Detailinhalte.
- Push-Berechtigung nur nach ausdrücklicher Nutzeraktion.
- Keine Marketing- oder Analytics-Tags in der Kerniva-App.
- Krankheitsinformationen auf erforderliche Abwesenheitsinformationen begrenzen; keine Diagnosepflicht.
- Rollen und Berechtigungen begrenzen die Sichtbarkeit von Mitarbeiter- und Abwesenheitsdaten.
9. Lösch- und Lifecycle-Maßnahmen
- Exportartefakte: 24 Stunden.
- Trial- oder Vertragsende allein löst keine automatische Planung einer Organisationslöschung aus.
- Organisationslöschung nur nach beendeter Subscription, abgeschlossenen offenen Billingvorgängen und ohne laufenden Payment- oder Checkout-Vorgang.
- Aktiver Owner fordert die Löschung an und bestätigt sie über den vorgesehenen E-Mail-Link.
- 30-tägige Karenz beginnt erst nach der Bestätigung; innerhalb der Karenz ist eine sichere Rücknahme vorgesehen.
- Löschworker verarbeitet ausschließlich bestätigte und bereits zur Löschung vorgemerkte Anträge nach Ablauf der Karenz.
- Backups: 30-Tage-Rotation.
- Gesetzlich aufzubewahrende Abrechnungs- und Steuerunterlagen werden getrennt vom operativen Mandantenbestand behandelt.
10. Softwareentwicklung und Change Management
- Versionskontrolle und Pull-Request-Prozess.
- Automatisierte Format-, Lint-, Typecheck-, Unit-, Integrations-, Build- und Security- beziehungsweise Audit-Prüfungen.
- Immutable Production-Releases mit Commit- und Build-Identität.
- Production-Preflight vor Release.
- Datenbankmigrationen getrennt vom Webstart.
- Rollback auf vorherige immutable Images vorgesehen.
11. Incident Management
- Sicherheitsvorfälle technisch eingrenzen, protokollieren und bewerten.
- Bei möglicher Datenschutzverletzung unverzügliche interne Eskalation.
- Auftragskunden bei Verletzungen von Kundendaten unverzüglich mit verfügbaren Informationen für Art. 33 und 34 DSGVO unterstützen.
12. Verfügbarkeit und Resilienz
- Web und Worker als getrennte Prozesse aus demselben immutable Release.
- Health- und Readiness-Prüfungen bei Releases.
- Geplante Wartungsarbeiten sind zulässig.
- Kein allgemeines SLA, soweit nicht individualvertraglich vereinbart.
13. Regelmäßige Bewertung
- TOM bei wesentlichen Architektur-, Anbieter- oder Risikoveränderungen prüfen.
- Unterauftragnehmer und Transfermechanismen regelmäßig aktualisieren.
- Dependency- und Security-Audits als Teil von CI und Release.